Petrolhead.
Fotograf.
Pure Vernunft darf niemals siegen!
Seitdem ich mich erinnern kann war Fotografie ein Thema bei uns zu Hause. Mein Vater war in den frühen Achtzigern ambitionierter Landschaftsfotograf und sehr aktiv im Fotoclub „Tele Team Herten“. Dieser Club richtete schon damals internationale Wettbewerbe und Ausstellungen aus, welche so manche Wochenend-Aktivität des Familienlebens prägte. Die Ausstellungen fanden damals meist im Hertener Schloss statt und ich fand es superspannend, als „erweitertes Mitglied“ der Organisatoren dabei zu sein und mir schon vor Beginn der Ausstellung die eingereichten Fotos anzusehen, die Juroren bei ihrer Bewertung zu beobachten und schlussendlich bei den Preisverleihungen dabei zu sein.
Meine erste Spiegelreflex-Kamera - eine Nikon FE2 mit dem 50mm 1.8 - habe ich 1986 zur Kommunion bekommen. Erste Gehversuche in Sachen Zeit und Blende konnten in der heimischen Dunkelkammer entwickelt und vergrößert werden. Nicht, dass die damalige Zeit von meinem fotografischem Talent geprägt war, aber die Grundprinzipien der Fotografie fand ich gleichwohl einleuchtend wie faszinierend. Noch heute mag ich große, schwere Kameras mit viel Metall in den Händen halten.
2001 habe ich mir meine erste digitale Kamera - Canon Powershot A20 mit 2 (zwei!) Megapixeln - zugelegt. Damals war an Spiegelreflex noch nicht zu denken denn die wenigen Modelle auf dem Markt hatten ein Pricetag, welches nicht zu meinem Studenten-Dasein passen wollte. Also probierte ich diverse Kompaktkameras aus bis ich mir dann 2005 endlich Nikons Einstiegsmodell in die SLR-Welt geleistet habe: Die D70. Das beste daran war, dass Nikons Bajonett-Versprechen eingelöst wurde: Kompatibilität mit allen Objektiven mit F-Bajonett. Also passten die alten Objektive aus FE2-Zeiten sowie auch die etwas neueren Autofokus-Objektive meines Vaters, der sich Ende der 90er eine Nikon F100 mit den wichtigsten Autofokus-Brennweiten zugelegt hatte und nicht mehr so aktiv am Auslöser war wie früher. Damit eröffnete sich mir schlagartig die „wahre Power“ von Digitalfotografie, denn nun gab es über fast alle Brennweitenbereiche hinweg das richtige Objektiv.
Im Laufe der Jahrzehnte habe ich unendlich viel Equipment von Nikon besessen. D90, D200, D300, D300s, D700, D800, D750, D5300, D7000 oder auch die wunderschöne Df - all diese Gehäuse hatte ich mal kürzer, mal länger und jedes hatte seinen eigenen Reiz. All die Objektive aus der ganzen Zeit bekomme ich nicht mehr zusammen, aber es war ein Vielfaches der Gehäuse-Anzahl. Das Schöne im Bereich der Amateur-Fotografie ist ja, dass mit Gehäusen und Objektiven oft äußerst pfleglich umgegangen wird, was meist anhand der Fotos in Gebrauchtverkaufs-Anzeigen erkennbar war oder eben auch nicht. Somit kaufe ich auch heute noch gern gebraucht.
Dann ist Nikon 2018 in den Bereich der Spiegellosen eingestiegen. Ich persönlich finde, das war ein halbes Jahrzehnt zu spät. Anstelle der damaligen Nikon-1 Flop-Serie hätte die Firma den professionellen  spiegellosen Boden betreten sollen und auch die exponentiell anwachsende Zahl von Videographen besser adressieren müssen. Stattdessen überliess Nikon (wie auch Canon) das zukunftsweisende Feld Sony, einem Hersteller, den Generationen von Fotografen niemals auf dem Schirm hatten als „echten Wettbewerber“. Und dass Nikon mit der „Z-Serie“ das Bajonett-Versprechen gebrochen hat mag mit technischen und physikalischen Limitierungen zusammenhängen, fair enough. Der angestammte Objektiv-Park aber, den ich über Jahre aufgebaut hatte sah nunmehr einer ungewissen Zukunft entgegen, denn er würde - wenn überhaupt - lediglich mit Adaptern auf die Gehäuse der Z-Serie passen. Das. ist. unschön. Und bei zweimaligem Nachdenken sodar inakzeptabel.
Also habe ich alles von Nikon verkauft, mit Ausnahme der Objektive meines Vaters und einer D700, damit sie noch verwendet werden können und nicht gänzlich nutzlos herumliegen.
Mit der erzielten Summe habe ich mir dann eine Sony Alpha7M3 nebst Zubehör zugelegt und fange den Sammeltrieb nun quasi von vorne an. Ich denke, dass der Autofokus und das Lowlight-Verhalten der Sony der Konkurrenz um Welten voraus ist und dass Traditions-Hersteller wie Nikon einer düsteren Zukunft entgegensehen. Schauen wir mal, wie sich das so weiterentwickelt. Von Sony nutze ich noch die RX100M6 als kompakte Reisekamera sowie natürlich das Mobiltelefon.
Bildbearbeitung, -archivierung und -Sicherung erledige ich mit Adobe Lightroom und Photoshop. Hier gibt es mittlerweile unglaublich gute Workflows „cross device“ sodass es keine Rolle mehr spielt wo ich gerade bin bzw welches Device (Privatrechner, Arbeitsrechner, iPad oder iPhone) ich nutze, von überall kann ich auf die gleiche Cloud zugreifen und meine Bilder ansehen, bearbeiten, bewerten oder publishen.
Ansonsten gibt es über mich noch zu erzählen, dass ich im Vertrieb eines bekannten amerikanischen Software-Herstellers arbeite, im Sommer 2020 (gleich doppelter) Vater werde und im Herzen des Ruhrgebiets zu Hause bin.
Meine derzeitige Autosammlung:
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